Kaufland will (nur?) im Logistikzentrum bei Bamberg zurück zu Werkverträgen – nach der Kündigung von 350 der insgesamt 500 Tarifverträgen

IG Metall: Schluss mit Mehrklassengesellschaft im Betrieb„Bei Kaufland in Donnersdorf schlagen die Wellen hoch: Um seine Personalkosten zu senken, plant der Handelskonzern, in seinem fränkischen Logistikzentrum in der Nähe von Bamberg Werkverträge mit Subunternehmern abzuschließen, wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet. Bis zu 350 der insgesamt 500 Tarifbeschäftigten vor Ort sind betroffen, bestätigt Kaufland. Arbeitsrechtler Thomas Müller von der Kanzlei GvW Graf von Westfalen vermutet, dass bereits Verhandlungen über einen Sozialplan mit dem Betriebsrat angestoßen wurden. Diese Entwicklung erstaunt, hatte Kaufland doch schon vor zwölf Jahren schlechte Erfahrungen mit genau diesen Verträgen gemacht. (…) In Donnersdorf rechnet die Gewerkschaft Verdi mit einem Viertel weniger Lohn auf dem Gehaltszettel der Betroffenen – wenn ein Subunternehmer sie denn überhaupt übernehmen wollte…“ Artikel von Claudia Tödtmann vom 18. Februar 2025 in der WirtschaftsWoche online externer Link („Kaufland will Werkverträge einsetzen – warum das teuer werden könnte“) und eine weitere Meldung dazu:

  • Heilbronn: Solidarität mit den Kollegen bei Kaufland Logistik!
    Der Kaufland-Konzern hat 90.000 Mitarbeiter in Deutschland und 65.000 in sieben mittel- und osteuropäischen Ländern – von Polen bis Bulgarien. Er gehört mit Lidl zur Schwarz-Gruppe, dem europäischen Marktführer unter den Einzelhandelsunternehmen.
    Die größten Kaufland-Betriebe mit extrem harten Arbeitsbedingungen sind die regionalen Logistikzentren. Am Standort Donnersdorf (Kreis Schweinfurt) sollen jetzt 350 der 550 Beschäftigten entlassen werden. Dieser Standort versorgt die 780 deutschen Kaufland-Filialen mit Waren aus dem Non-Food-Bereich (Haushaltswaren usw.). In diesem Sektor gibt es einen verschärften Wettbewerb mit den Non-Food-Discountern, der durch den Trend zum Onlinehandel befeuert wird.
    Die Arbeit soll an Werksunternehmen übertragen werden, die im Personaleinsatz flexibler gesteuert werden. Hier gilt das Motto „Heuern und feuern“. Die Kollegen sollen z.B. im Weihnachtsgeschäft auf Hochtouren arbeiten. Wie sie dann in ruhigeren Monaten über die Runden kommen, ist dem Kaufland-Vorstand egal…“ Korrespondenz-Meldung vom 1.03.2025 in den Rote-Fahne-News externer Link

Siehe von 2014: Kaufland provoziert. Einzelhandelskonzern möchte Schlupfloch im Tarifvertrag zur Schlechterstellung von »Warenverräumern« nutzen. Empörung bei ver.di

Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=227009
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