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Die nächste rassistische Kampagne gegen Obdachlose in Berlin
„Nicht nur im Tiergarten, sondern auch in Berlin-Neukölln übernachten viele Obdachlose in öffentlichen Grünanlagen. „Wir gehen konsequent dagegen vor“, sagte Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) dem Tagesspiegel. „Wir dürfen das nicht dulden, da die Situation in den Grünanlagen nur noch schlimmer wird. Die Grünanlagen und Parks sind für die Erholung der Bürger da. Dafür müssen wir sorgen.“ Das sei ein „deutliches Zeichen“ für die Bürger. Giffey fordert eine „klare Linie“ im Umgang mit Obdachlosen. (…) Erst vergangenes Wochenende in der Nacht von Freitag zu Sonnabend weckten Mitarbeiter des Ordnungsamtes und Polizeibeamte in der Grünanlage Hertzbergplatz in Neukölln 19 Obdachlose und forderten diese auf, ihre Zelte abzubauen. Die Wohnungslosen seien dieser Aufforderung nachgekommen. Giffey ist sich bewusst, dass sich die Wohnungslosen danach andere Übernachtungsorte suchen würden. Deshalb fordert sie berlinweit ein „einheitliches Vorgehen gegen wildes Campieren in Berliner Parks““ – aus dem exemplarischen Artikel „Giffey will „klare Linie“ gegen Obdachlose in Parks“ von Laura Hofmann am 10. Oktober 2017 im Tagesspiege
, der thematisch an die Offensive gegen Obdachlose im Tiergarten anknüpft (auf den wir im am Ende aufgeführten Beitrag bereits hingewiesen hatten) . Thema soll hier nicht sein, dass auch diese Sozialdemokratin lernen wird, dass Spießer-Mentalität mobilisieren andere besser können, sondern ein Hinweis auf Sprache: „Verwahrloste Grünanlagen in Berlin“ durch Obdachlose – sollte wenigstens zu denken geben… Siehe dazu:
- Berlin will saubere Parks für saubere BürgerInnen: Es wird zur Vertreibung geblasen…
„Zunehmend entwickelt sich der Berliner Tiergarten zum Treffpunkt für marginalisierte Gruppen. Die etablierte Politik, Polizei- und Ordnungsbehörden reagieren mit blindem Aktionismus. Aber auch dort tätige Sozialarbeiter werden vor Probleme gestellt. Der im Bezirk Mitte gelegene Park gilt seit Jahrzehnten als »Cruising-Area«, also als öffentlicher Treffpunkt für Männer, die sexuelle Kontakte mit dem gleichen Geschlecht pflegen. Zu ihnen gesellen sich – und das war ebenfalls schon seit jeher so – auch junge Männer, oftmals mit Migrationshintergrund, die dort der Prostitution nachgehen. Alles nicht neu, doch Medien des Mainstreams versuchen aktuell den Eindruck zu erwecken, dass der Tiergarten von unbegleiteten und vor allem minderjährigen Flüchtlingen genutzt werde, um dort der Prostitution nachzugehen und Kontakte mit potentiellen Freiern zu suchen. Und eben das ist nicht der Fall, wie auch der Berliner Verein »Hilfe für Jungs e. V.«, der sich um die Betreuung von männlichen Prostituierten kümmert, betont“ – so beginnt der Beitrag „Ohne Dach überm Kopf“ von Markus Bernhardt am 26. Oktober 2017 in der jungen weltüber einen weiteren Brennpunkt der aktuellen Hasskampagne gegen „Asoziale“ verschiedenster Art in bundesdeutschen Städten, wobei die Hauptstadt den Trend setzt.
- Siehe dazu auch: „Eine Hauptstadt als Beispiel: Gegen wen die Berliner Polizei vorgehen soll und will. Und gegen wen nicht“ am 11. Oktober 2017 im LabourNet Germany