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Warum streiken die deutschen Schauspieler:innen nicht?
„In den letzten Wochen haben die Streiks der US-amerikanischen Schauspieler:innengewerkschaft SAG-AFTRA und der Autor:innengewerkschaft WGA auch hierzulande große mediale Aufmerksamkeit geschaffen. Es lohnt sich, den Blick auf die deutsche Medienlandschaft zu werfen und die gewerkschaftliche Situation Schauspielender hier zu betrachten. (…) Hierzulande laufen aktuell Tarifverhandlungen zwischen den Künstler:innengewerkschaften BFFS (Bundesverband Schauspiel e.V.), GDBA (Genossenschaft deutscher Bühnenangehöriger) und VdO (Vereinigung deutscher Opern- und Tanzensembles e.V.) und dem Arbeitgeberverband DBV (Deutscher Bühnenverein). Gegenstand ist der Normalvertrag-Bühne, 2002 vereinbart und rechtlich bindend für alle öffentlichen Theater. Vornehmlich gilt er für Solo-Beschäftigte (Schauspieler:innen, Sänger:innen) und Bühnentechniker:innen sowie Opernchor- und Tanzgruppenmitglieder…“ Gastbeitrag von Schauspieltudent Samuel Kastell vom 26. Okt 2023 bei Klasse gegen Klasse
und mehr daraus:
- Weiter aus dem Gastbeitrag von Schauspieltudent Samuel Kastell vom 26. Okt 2023 bei Klasse gegen Klasse
: „… Nachdem die Gewerkschaften vor zwei Jahren nach langen Verhandlungen einen Inflationsausgleich, Gagenerhöhungen und ein Stufenmodell für die Anpassung der Gehälter oberhalb der Mindestgage erreicht haben, bemühen sie sich nun um eine weitere Reform des von ihnen als „NV-Flatrate“ bezeichneten Tarifvertrags. 2022 erhöhte sich die Mindestgage von 2.000 € (seit 2018) auf 2.550 €, und 2023 auf 2.750. Die Gagenuntergrenze der Solo-Beschäftigten stieg damit in einem Jahr mehr als in den letzten 30 Jahren seit Einführung der Mindestgage 1991. Derzeit enthält der NV-Bühne keine Arbeitszeitregelungen, dies ist seit Oktober 2022 Gegenstand der Tarifverhandlungen. Bisher liest man dazu nur, dass sich die Arbeitszeit aus der Dauer der Proben und der Aufführungen oder der Ausübung der arbeitsvertraglich vereinbarten Tätigkeit ergibt. Die Verhandlungen wurden Ende Juni von den Gewerkschaften unterbrochen, da laut diesen kein Entgegenkommen des Verhandlungspartners vorhanden war. „Das Ziel, Arbeitsbelastungen zu reduzieren und mehr Planbarkeit mit Hilfe eines Arbeitszeitrahmenmodells für die Künstler:innen zu vereinbaren, war mit dem Deutschen Bühnenverein nicht zu erreichen.“, so die Gewerkschaften in einer gemeinsamen Presseerklärung vom 27.06.2023. (…)
Aber auch für Dreharbeiten gibt es in Deutschland einen Tarifvertrag: den 2013 vom BFFS, Ver.di und der Allianz deutscher Produzenten – Film und Fernsehen ausgehandelten Schauspieltarifvertrag. Der BFFS, 2006 als Interessenverband gegründet, hat sich 2010 den Status einer Gewerkschaft gegeben. Bis dahin war Ver.di FilmUnion die einzige gewerkschaftliche Vertretung für Schauspielende in Film und Fernsehen. Mit über 4000 Mitgliedern ist der BFFS nun der mitgliederstärkste Berufsverband der deutschen Kino- und Fernsehlandschaft und die größte Schauspieler:innenorganisation. Vor wenigen Tagen haben der BFFS und Ver.di angekündigt, in eine neue Tarifrunde starten zu wollen…“ mit weiteren umfangreichen Ausführungen zu Entwicklungen in der GDBA sowie zur Prekarität darstellender Künstler:innen
Siehe auch:
- zum Hindergrund unser Dossier: Hollywood, Netflix und Co: Über 11.500 Drehbuchautor*innen in den USA streiken gegen prekäre Arbeit für die Streaming-Industrie – Schauspieler*innen auch
- und von Mai 2021: Wie streikt die kreative Klasse?