Marokkanische Belegschaft bestreikt das neue PSA-Werk in Kenitra: Keine unbezahlten Überstunden, Schluss mit 12-Monats-Verträgen (ohne Krankenversicherung), für Lohnerhöhung
Seit dem 27. Januar 2021 befinden sich die rund 2.500 Kolleginnen und Kollegen des neuen (2019 eingeweihten) PSA-Werkes im marokkanischen Kenitra im Streik – und mit ihnen die (wie so oft: ungezählten) Beschäftigten von Subunternehmen im Werk. Gründe dafür gibt es eine ganze Reihe, was aber letztendlich die Aktion ausgelöst hat, war die unverschämte Haltung der Werksleitung, die faktisch unbezahlte Überstunden forderte – was die ArbeiterInnen damit beantworten, in den Streik zu treten und ihrerseits Lohnerhöhung zu fordern. Und eben die Übernahme Tausender Arbeiterinnen und Arbeiter, die gezwungen sind, mit 12-Monats-Verträgen zu arbeiten, was ganz konkret bedeutet: Keine Krankenversicherung. In dem Bericht „PSA Kénitra au Maroc: les salariés en grève pour des meilleures conditions de travail et une augmentation des salaires“ von Vincent Duse am 29. Januar 2021 bei Révolution Permanente wird ausführlich darauf verwiesen, dass das Unternehmen ganz offensichtlich große Pläne mit diesem Werk hat, das sowohl wegen des „Lohnniveaus“, als auch wegen der weitgehenden staatlichen Finanzhilfen zu einem Eckpunkt der Produktion auch für Europa werden soll und weiter massiv ausgebaut wird. Siehe dazu einen weiteren aktuellen Streikbericht und zwei kurze Videoberichte dazu (mit Solidarität aus Frankreich)
Brumadinho: Zwei Jahre nach dem Verbrechen – es bleibt bei Straflosigkeit auch nach dem größten der endlosen Reihe von Dammbrüchen in Brasilien
nd Hundert Mal ist nichts passiert… Die Toten, sofern gefunden, sind längst begraben. Einige der Schäden repariert. Die wirklich Verantwortlichen betreiben ihre Geschäfte weiter, der Rest sind: Sprechblasen. Zu Recht wurde von verschiedenen Seiten darauf hingewiesen, dass auch zwei Jahre nach dem größten Dammbruch der brasilianischen Geschichte nichts passiert sei, um Rechenschaft leisten zu müssen – was bei dieser Regierung Brasiliens wahrlich nicht überraschend sein kann. Hinzuzufügen wäre: Auch bezüglich des Dammbruchs von 2015 im fast benachbarten Mariana ist nichts passiert, obwohl die Regierung damals noch eine andere war. Die Dammbrüche der Vale in Brasilien sind aber auch ein Hinweis darauf, warum überall auf der Welt, besonders jedoch in Lateinamerika, Proteste gegen neue Bergbauprojekte an der Tagesordnung sind: Die Gefahren mögen unterschiedlich sein, sie sind aber immer vor allem groß. Aber auch das brasilianische Exportmodell muss weiter betrieben werden, koste es die Bevölkerung, was es wolle – die Neoliberalen (nicht nur) in der Regierung diktieren es so. Siehe zum Jahrestag des Dammbruchs eine kleine aktuelle Materialsammlung vom 28. Januar 2021 – und Hinweise auf die Reportage und Berichte des LabourNet Germany zu Brumadinho vom Januar 2019
„„Wir wollen nicht zur Normalität zurückkehren, denn die Normalität war schlecht für uns.“ (aus dem Film) Ausgelöst durch eine Erhöhung der Preise für den öffentlichen Nahverkehr, begannen am 7.10.2019 in Santiago de Chile Proteste, die innerhalb von 10 Tagen so zunahmen, dass die Regierung den Ausnahmezustand verhängte. In den kommenden Wochen und Monaten beteiligten sich Millionen Menschen an den Mobilisierungen im ganzen Land. Gründe sind sowohl die extreme ökonomische Ungleichheit wie das politische System, eine Hinterlassenschaft der Pinochet Diktatur. Der Staat antwortete mit Gewalt, doch erst durch Ausgangssperren im Zusammenenhang mit Covid19 gelang es die Revolte einzudämmen. Seit Beginnn der Revolte gründeten sich über 200 selbstverwaltete Nachbeschaftsversammlungen, in denen die Menschen einander beistehen und miteinander reden: „Wenn ich nicht genug zu essen hatte, haben ich das für mich behalten. Aber jetzt bricht es aus mir heraus, ich rede darüber bei der Versammlung.“ (aus dem Film) In Interviews und Bildern gibt dieser großartige, bewegende Film Einblicke in die größte Bewegung in Chile seit dem Putsch 1973…“ Video bei labounet.tv (spanisch mit dt. UT | 63 min | 2021)
Treffpunkt für Ungehorsame, mit und ohne Job, basisnah, gesellschaftskritisch
The meeting point for all left-wing trade unionists, both waged and unwaged
Le point de rencontres de tous les militants syndicaux progressistes, qu`ils aient ou non un emploi
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